Aufgewachsen auf dem Land. Historische Aufnahmen und Geschichten über Damals im Wendland. Der Landkreis Lüchow Dannenberg als Beispiel für das Leben auf dem Lande im 20. Jahrhundert.



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 Der Feldlilienpfad braucht politische Unterstützung

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Die Finanzierung des Fortbestehens der "Lämmersalat-Pflanzengesellschaft" und damit des einzigartigen Ökosystems im Bereich des Feldlilienpfades wird vom Umweltausschuss des niedersächsischen Landtages in Frage gestellt.
Es ist immer sinnvoll, Politikern Rückendeckung aus der Bevölkerung für positive Entscheidungen zu geben. Deshalb habe ich Briefe an die Vorsitzenden des Umweltausschusses formuliert.
Auch Ihr Brief würde zählen. Wenn Ihnen die "Lilien auf dem Felde" ein paar Minuten Wert sind, schreiben Sie etwas Ähnliches. Die Adressen finden Sie unter
www.landtag-niedersachsen.de/organisation/umwe.asp .
 
Ich wende mich an Sie in Ihrer Funktion als Mitglied und Vorsitzende im Umweltausschuss und möchte Ihnen meine Sorge um ein Projekt im Vertragsnaturschutz mitteilen, um den Feldlilienpfad in Govelin im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Hier wurde bisher mit großem Erfolg ein Projekt teilfinanziert, das meines Erachtens nicht aufgegeben werden sollte.
Im Rahmen meiner Recherchen für meine Website www.imwendland.de bin ich vor zwei Jahren auf den Feldlilienpfad aufmerksam geworden. Zunächst dachte ich, es handele sich um ein Kleinod in der Landschaft mit ein paar ansonsten verschollenen wilden Lilien. Was ja für sich genommen schon schützenswert wäre.

Aber dort geht es um ungeheuer viel mehr. Eine ganze Landschaft von einigen Quadratkilometern Größe ist zu einem Refugium für eine große Anzahl Arten aus der mitteleuropäischen Wildflora, aus der Kleintier- und Insektenwelt und aus der Vogelwelt geworden. Dies ist von großem Wert für die Gesamtgesellschaft und sollte deshalb auch von der Politik als solcher betrachtet werden. Es wird kaum gelingen, in Niedersachsen ein weiteres Beispiel dieser Größenordnung und dieser Artengesellschaft in einem ökologischen Gesamtgefüge zu finden. Es handelt sich hier um ein einzigartiges und überregional bedeutsames Projekt. Die internationale Bedeutung wird dadurch unterstrichen, dass für das IV. Internationale Ortonlan-Symposium im Juni als Tagungsort Hitzacker gewählt wurde.

Bei diesem hervorragend gelungenen Projekt haben sich die bisherigen Ausgaben gelohnt. Das gilt aber nur, wenn es fortgesetzt wird. Gelder hier wieder abzuziehen, um anderswo einen neuen Anfang, vielleicht wieder nur vorübergehend, zu finanzieren, würde eine Verschwendung der bisherigen Gelder bedeuten, da das Erreichte in kurzer Zeit wieder verloren gehen würde.
Dagegen könnte dieses Gebiet für die niedersächsische Umweltpolitik eine Vorzeigefunktion erhalten, da es sich um ein Ökosystem handelt, das aufgrund seiner Vegetationsgesellschaft in der gesamten mitteleuropäischen Tiefebene einzigartig ist.
Das alles sollte nicht von der Opferbereitschaft eines privaten Landwirts abhängig sein. Andererseits steht und fällt der Erhalt dieses speziellen Ökogefüges mit der Möglichkeit und Bereitschaft dieses einen Landwirtes, in der notwendigerweise nicht ökonomischen Art zu wirtschaften. Diese Leistung ist von hohem gesellschaftlichen Wert und eine Honorierung aus gesellschaftlichen Mitteln ist deshalb nicht nur politisch gerechtfertigt, sondern direkt ein Gebot für verantwortungsbewusste Politiker besonders innerhalb des Umweltausschusses und natürlich im Umweltministerium.
Die artenschutzorientierte Bewirtschaftung liefert ein Produkt, das durch die Gesellschaft wertgeschätzt wird und honoriert werden muss, da dieses Produkt nicht auf dem freien Markt verkauft werden kann.
Die Leistung des Produzenten hat eine Größenordnung, die man bei aller Erwartung von Freiwilligkeit, Idealismus und Gemeinschaftssinn nicht einem einzelnen landwirtschaftlichen Unternehmer kostenfrei abfordern kann. Dabei ist die Wirkung seiner Arbeit nicht auf die von ihm bewirtschaftete Fläche beschränkt. Die Populationen von Kleintier- und Vogelwelt profitieren in der durch Gehölzgruppen und Feldhecken noch kleinräumig strukturierten Landschaft von der Florenvielfalt der so bewirtschafteten Flächen. Somit ist das Produkt sehr viel umfangreicher, als die zu honorierende Leistung.
Im Gegenteil zu manchem, der Umwelt dienenden Projekt in Niedersachsen gibt es hier keine Interessenkonflikte. Wo kann Niedersachen leichter ein derart national und international vorzeigbares Projekt fördern, ohne sich bei konkurrierenden Interessengruppen unbeliebt zu machen?
Dagegen wäre die angekündigte schrittweise Aufgabe dieses Projektes (nichts anderes ist ja die Kürzung um 60%) ein allzu offensichtlicher Rückschritt in der Politik des Umweltministeriums, der bei der schon erfolgten Ansammlung von Minuspunkten in den Medien allen Umwelt-Image-Bemühungen der Landesregierung zuwider laufen würde.

Ich denke, dass Umweltministerien eingerichtet wurden, weil die Gesellschaft Wert legt auf den Erhalt der Reste von naturnaher Umwelt. Mag auch der Bewusstseinswandel der letzten dreißig Jahre noch sehr labil sein und mag noch vielfach Unverständnis beobachtet werden können, so ist doch allein die Einrichtung von Umweltgremien und Umweltämtern Ausdruck des gesellschaftlichen Wertewandels. Entsprechend liegt Ihre Verantwortung in einem solchen Gremium in der machtvollen Vertretung dieser Werte. Die gegenläufigen Kräfte sind sicherlich nicht zu unterschätzen. Um so mehr wird von Ihnen erwartet, für den Schutz der Reste an Umwelt einzutreten.

 

 


 


 

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