Aufgewachsen auf dem Land. Historische Aufnahmen und Geschichten über Damals im Wendland. Der Landkreis Lüchow Dannenberg als Beispiel für das Leben auf dem Lande im 20. Jahrhundert.



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Die Thalmühle

Spurensuche auf dem Höhbeck

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Lapsana-communis
Rainkohl

Potentilla-argentea
Silberfingerkraut

Veronica-montana
Berg-Ehrenpreis

 
Ganz oben auf dem Höhbeck gibt es überraschenderweise eine Quelle, kleine Moore und einen Bach, der ausreichend Wasser führt, um eine Mühle anzutreiben. Eine solche gibt es hier zwar nicht mehr, aber am Nordhang des Berges hat es sie gegeben. Stutzig geworden durch alte Ansichtskarten, habe ich nach Spuren gesucht.
 

1868 wurde am Höhbeck eine große, Wasserkraft getriebene Mühle, die Thalmühle oder auch Talmühle, gebaut, die wegen ihrer besonderen Lage und wohl auch wegen des imposanten Wasserrads auf vielen Ansichtskarten abgebildet wurde.

Am 30. August 1902 vernichtete ein Unwetter das Wassersystem und den Antrieb der Talmühle. Das angelegte Staubecken und das große Wasserrad  wurden zerstört und der Bach suchte sich einen anderen Weg am abgerutschten Hang. Der Mühlenbetrieb wurde eingestellt. Aber das Ausflugslokal, das hier entweder schon bestand oder nach dem Desaster eingerichtet wurde, blieb bis in die dreißiger Jahre ein beliebtes Ziel.

Einige Jahre später (1911) brannte auch die prägnante und sehr exponiert stehende Windmühle ab.

 

 

Wie es zur Totalzerstörung der Gebäude kam, habe ich noch nicht erfahren. (Kämpfe am Kriegsende?)
 

Heute braucht man eine ortskundige Führung, um die Reste der Ruine im jungen, naturnahen Laubmischwald zu finden. Naturkundliche Führungen über den Höhbeck werden regelmäßig angeboten und die Teilnahme lohnt sich, weil dieser Berg als präglaziales Relikt mit "bewegter" Geschichte kleinräumig differenzierte Bedingungen für Flora und Fauna ausgebildet hat. Dazu gehört auch dieser Wasserlauf, der hier und da durch angelegte Fischteiche fließt. Von Fischzucht und reglementierter Waldnutzung abgesehen, steht das Gebiet unter Schutz.

 
 
Über einen Wander- und Wirtschaftsweg können Sie ein Stück weit dem Bachlauf folgen. Aber versuchen Sie lieber nicht, ohne Führung die Ruine zu finden.
 
 
Hier ist alles zugewuchert. Erkennbar ist noch das Untergeschoss des eigentlichen Mühlengebäudes mit der hohen Wand, an der das große Mühlrad den Antrieb besorgte.
 
   
 
 
Hat man sich auf dem schmalen Pfad durchs Dickicht weiter abwärts bewegt, gelangt man zu dem historischen "Castellum Hohbuoki", einer fränkischen Wehranlage aus dem frühen 9. Jahrhundert. Darüber findet man leicht Informationen. Aber mehr würde mich interessieren, was hier abging, als der Platz in der NS-Zeit als "germanische Thingstätte" für Aufmärsche missbraucht und mit einer Allee aus Buchen und "deutschen Eichen" bepflanzt wurde.
 
 

Auf dem Rundweg erhält man auf halber Höhe an einer Stelle einen freien Ausblick über die Elbe.
Zum totalen Rundblick besteigt man natürlich den Aussichtsturm an der Schwedenschanze. Und dort findet man das Ausflugslokal "Die Schwedenschanze".

Da die Wirtin sich der Historie dieses Platzes und ihres Hauses bewusst ist, erhalten Sie hier auch geschichtliche Informationen. www.dieschwedenschanze.de/

 
Noch ein Tipp:
Kennen Sie "Geocaching"? Eine zeitgemäße Wanderer-Schnitzeljagd wird weltweit betrieben. Es sind mit Hilfe von GPS gewisse Zielpunkte zu finden. Zur Zeit (Juli 2007) liegt auf dem Höhbeck-Rundweg so eine "Cache" versteckt. Die genauen Anweisungen finden Sie unter www.geocaching.com/. Wer sie findet, schreibt sich ins Buch und versteckt alles wieder gut.
 

 

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